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Gendrift – ein Evolutionsfaktor, welcher den Genpool verändert

Der Gendrift ist die zufällige Veränderung der Häufigkeit von Genen oder Allelen innerhalb einer bestimmten Population. Anders gesagt ist der Gendrift die Veränderung des Genpools. Besonders in nicht sehr großen Populationen mit einem folglich kleinen Genpool ist der Gendrift von Bedeutung. Allele können ziemlich schnell aus dem Genpool verschwinden, da sie bei geringer Individuenzahl in der Population nicht mehrfach vorkommen.

Beispielsweise kann ein Gendrift verursacht werden durch Wind- und Wasserströmungen. Individuen werden von ihrer Population räumlich getrennt. Man spricht bei diesem Transport durch Windströmungen oder Wasserströmungen vom sogenannten Verdriften. Allerdings führt eben dieses Verdriften beispielsweise zum Besiedeln neuer Lebensräume. Das abgedriftete Individuum könnte ein Siedler bzw. Gründerindividuum für eine neue Population und später vielleicht sogar für eine neue Art werden (siehe allopatrische Artbildung). Man spricht vom sogenannten Gründereffekt oder Gründerprinzip.

Beispiel für den Gendrift: Der Gründereffekt

Ist durch Verdriften ein Individuum von seiner Herkunftspopulation getrennt und kann geografisch oder räumlich gesehen nicht mehr zurück, ist also isoliert, ist es der Gründer einer neuen Population. Der Genpool, der durch Gründen einer neuen Population entsteht, ist zunächst zufällig gewählt. Er ist ein Ausschnitt aus dem großen Genpool der Ausgangspopulation. Die Allelfrequenz (oder auch der Genpool, beide Begriffe bedeuten dasselbe) unterscheidet sich jetzt zwischen den beiden Populationen. Es kann durch die Isolation keinen Genfluss mehr geben. Dadurch bleibt die geringe Variabilität der Gene in der neu gegründeten Population bestehen und die beiden Genpools haben jeweils völlig unterschiedliche Allele und Gene im Genpool.

Ein Sonderfall des Gendrifts: Der Flaschenhalseffekt

Die Flasche als Beispielbild:

Gendrift


Stellt euch vor, dass der Genpool eine Flasche ist. In dieser Flasche sind alle Allele und Gene, also die Allelfrequenz, vertreten, die die große Population besitzt und benötigt. Plötzlich kommt eine Naturkatastrophe: Ein Erdbeben, ein Tsunami, Überschwemmungen oder Brände, oder vielleicht keine Naturkatastrophe, sondern eine Katastrophe aus Menschenhand, so wie die Abholzung des Regenwaldes oder eine massive Ladung Giftstoffe beispielsweise. Dann dreht sich die Flasche kurz um und ein paar Allele fallen heraus. Alle anderen, die nicht aus der Flasche kommen, verbrennen oder vergiften, ertrinken oder sterben einfach. Übrig ist nur die neue Gründerpopulation aus den wenigen Allelen oder Genen.

Man spricht hierbei vom Flaschenhalseffekt. Ein Ereignis, durch welches viele Individuen getötet oder von ihrer Population getrennt werden, verringert den vorhandenen Genpool drastisch und es kommt zu einem Gendrift. Die übriggebliebene Population ist nun eine Gründerpopulation. Der Gendrift sorgte durch den Flaschenhalseffekt für ein variationsarmes Angebot von Genen und Allelen und eine beschränkte Allelfrequenz. 



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